Teslas Cybercab wechselt von der Bühnendemonstration zu Tests auf der Straße.
Das Unternehmen hat mit dem Test einer Serienversion des autonomen Fahrzeugs in Austin im US-Bundesstaat Texas begonnen, wie aus einem von Tesla auf X veröffentlichten Video hervorgeht. Das gezeigte Fahrzeug hat weder ein Lenkrad noch Pedale, während bei der frühen Testphase offenbar ein Sicherheitsfahrer auf dem rechten Beifahrersitz Platz nimmt.
Der Start der Tests erfolgt zwei Jahre nach der Vorstellung des Cybercab durch Tesla und etwa ein Jahr, nachdem das Unternehmen in Austin mit Model-Y-SUVs begonnen hatte, sein autonomes Fahrsystem zu testen. Wie viele Cybercabs in den nächsten Wochen auf den Straßen von Austin unterwegs sein werden, wurde nicht mitgeteilt.
Größerer Rollout möglicherweise später im Jahr
Ein kürzlich veröffentlichter Vorschlag der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA), der in autonomen Fahrzeugen künftig keine Bremspedale mehr vorschreiben soll und später in diesem Jahr Gesetz werden dürfte, könnte Tesla dazu veranlasst haben, Fahrzeuge ohne manuelle Bedienelemente zu testen.
Es gab Berichte über den Bau Hunderter Cybercabs in der Gigafactory in Texas. Das führte zu Gerüchten, Tesla plane einen groß angelegten Rollout. Kurzfristig dürfte dies angesichts des Flickenteppichs an bundesstaatlichen Gesetzen und der Tatsache, dass Tesla in den meisten Bundesstaaten keine Genehmigung zur Annahme von Robotaxi-Fahrpreisen hat, jedoch unwahrscheinlich sein.
Der Automobilhersteller gilt auf dem Markt für selbstfahrende Fahrzeuge weiterhin als weniger weit fortgeschritten als einige der führenden Unternehmen, etwa Googles Waymo und Baidus Apollo Go, die bisher Millionen vollständig autonomer Fahrten absolviert haben. Waymo weitet seinen Robotaxi-Dienst in diesem Jahr auf mehr als 20 neue Städte aus.
Tesla ist wie andere Automobilhersteller überzeugt, dank der Millionen mit Autopilot und Full Self-Driving zurückgelegten Meilen sowie der Größe seines Fertigungsgeschäfts deutlich schneller als diese reinen Anbieter von Selbstfahrsoftware skalieren zu können.
Es hatte jedoch Schwierigkeiten, den gleichen Grad an Autonomie wie seine Konkurrenten zu erreichen – unter anderem angesichts einer Reihe von Unfällen in Austin und Vorwürfen, dass das Unternehmen menschliche Fahrer einsetzt die Fahrzeuge aus der Ferne zu steuern, wenn die autonome Funktion ausfällt.
Cybercab konnte Fristen nicht einhalten
Das Cybercab wurde so lange verzögert, dass Berichten zufolge Tesla seine Strategie für erschwingliche Elektrofahrzeuge wiederbelebt hatte. Musk hatte die Idee eines Tesla für 25.000 US-Dollar zuvor zurückgewiesen – mit der Begründung, der Fokus des Unternehmens liege auf dem Cybercab und seinen Optimus-Robotern –, doch sinkende Fahrzeugverkäufe und Verzögerungen beim Robotaxi scheinen Tesla dazu gezwungen zu haben, günstigere Modelle erneut in Betracht zu ziehen.
Auch wenn das Serienfahrzeug nun endlich auf die Straße kommt, gibt es weiterhin keinen genauen Zeitplan dafür, wann Kunden eines ohne Sicherheitsfahrer mieten können. Das könnte später in diesem Jahr geschehen, doch regulatorische Hürden oder Sicherheitsbedenken könnten den Start ebenfalls verzögern.
Vorerst wirkt der Cybercab-Test eher wie ein Beleg als wie ein vollständiger Rollout. Tesla hat gezeigt, dass das Fahrzeug mit einem anwesenden Sicherheitsfahrer auf öffentlichen Straßen fahren kann. Die größere Herausforderung wird jedoch darin bestehen, zu beweisen, dass es ohne einen solchen Fahrer sicher, legal und in großem Maßstab betrieben werden kann.
Das Cybercab war eines der zentralen Themen in Musks zuletzt veröffentlichtem möglichen Zusammenschluss von SpaceX und Tesla zu einem 3-Billionen-US-Dollar-Konzern dürfte ein Robotaxi-Rollout daher weiterhin ein wesentlicher Bestandteil der Pläne des Unternehmens sein.

