Die 98. Academy Awards werden als erste Oscars mit offiziellen Leitlinien für den Einsatz von KI beim Filmemachen Geschichte schreiben. Die Verleihung findet am 15. März 2026 statt.
Generative KI führt nicht zum Ausschluss von Filmen bei den Oscars
In der jüngsten Regeländerung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat die Organisation klargestellt, dass der Einsatz generativer KI beim Filmemachen Filme nicht von der Oscar-Berücksichtigung ausschließt. Die Academy beschreibt dies zwar als „keine Stellungnahme“ zum Einsatz von KI, faktisch bedeutet es jedoch, dass Filmemacher generative KI-Tools bei ihrer Arbeit ohne Nachteile einsetzen dürfen. Dieser Ansatz folgt auf die Kontroverse um die Academy Awards 2025, als zwei nominierte Filme, darunter der für den Besten Film nominierte „The Brutalist“, zugaben, KI eingesetzt zu haben.
„Was generative künstliche Intelligenz und andere digitale Werkzeuge betrifft, die bei der Herstellung des Films eingesetzt wurden, beeinflussen die Werkzeuge weder die Chancen auf eine Nominierung positiv noch negativ“, heißt es in der Stellungnahme auf der Website der Academy Awards. „Die Academy und jede Sparte werden die Leistung beurteilen und dabei berücksichtigen, in welchem Maß ein Mensch im Zentrum der kreativen Urheberschaft stand, wenn sie entscheiden, welchen Film sie auszeichnen.“
Die Ankündigung erfolgt im Anschluss an die branchenweite Debatte über die angemessenen Grenzen des KI-Einsatzes beim Filmemachen. Filmemacher David Cronenberg schoss wegen der diesjährigen KI-Kontroverse bei den Oscars zurück, und die Russo-Brüder plädieren dafür, KI in Filmen nach den Vorstellungen der Künstler einzusetzen.
Academy verschärft Kontrolle der Abstimmungen
Die Aktualisierung der KI-Regeln ist nicht die einzige Änderung bei den Academy Awards: Oscar-Wähler erhalten künftig nur Zugriff auf die endgültigen Stimmzettel für Kategorien, in denen sie bestätigt haben, jeden nominierten Film gesehen zu haben. Überraschenderweise war dies zuvor keine offizielle Vorgabe – anders als bei den BAFTAs.
Die Academy verlässt sich dabei nicht einfach auf die Angaben der Wähler – sie überwacht die Sehäktivitäten über ihre Streaming-Plattform, die nur Mitgliedern offensteht. Bei Filmen, die anderswo gesehen wurden, etwa auf Festivals, bei Vorführungen oder privaten Sichtungen, müssen die Mitglieder Unterlagen einreichen, aus denen hervorgeht, wann und wo sie den Film gesehen haben.
Die Academy hat ähnliche Überprüfungsmethoden bereits bei der vorläufigen Abstimmung für internationale Filme, Animationsfilme und Kurzfilme eingesetzt – nun werden sie auf alle Kategorien ausgeweitet.
Mit der Initiative soll das „Wählen im Windschatten“ verhindert werden, bei dem Mitglieder ihre Stimmen aufgrund von Beliebtheit statt eigener Sichtung abgeben.
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