Uber will Drohnenlieferungen in einer heute kaum erreichten Größenordnung betreiben: 1 Million Bestellungen pro Tag. Das Fahrdienst- und Lieferunternehmen hat sich am 17. Aug. mit dem Betreiber autonomer Drohnen Zipline zusammengeschlossen, um dieses Volumen bis Ende 2029 zu erreichen.
Uber Eats will noch vor Ende 2026 mit Zipline-Lieferungen in Dallas und Houston beginnen und anschließend auf Dutzende US-Städte expandieren. Uber tätigt außerdem eine nicht näher bezifferte strategische Investition in Zipline und verknüpft den Drohnenausbau damit mit seinem umfassenderen Vorstoß in Richtung autonomer Mobilität.
Dieses Ziel bedeutet einen steilen Anstieg gegenüber Zipline’s aktueller Größenordnung. Uber zufolge hat Zipline insgesamt mehr als 2,7 Millionen Lieferungen abgeschlossen und führt derzeit irgendwo auf der Welt etwa alle 20 Sekunden eine Lieferung durch. Das Ziel für 2029 entspricht nahezu diesem kumulierten Volumen alle drei Tage.
Ubers und Zipline’s Plan für Drohnenlieferungen
Uber wird die Lieferungen von Zipline in den Eats-Marktplatz integrieren, während Zipline die autonomen Fluggeräte betreibt. Axios berichtete, dass Dallas und Houston zuerst starten werden, sodass die Partnerschaft in Märkten beginnen kann, in denen Zipline bereits tätig ist.
Das Platform-2-System von Zipline ist für die Lieferung nach Hause konzipiert und bietet eine Nutzlast von 8 Pfund sowie einen Einsatzradius von 10 Meilen. Das Hauptfluggerät bleibt in der Luft, während eine kleinere Liefereinheit an einem Seil abgelassen wird, um die Bestellung am Zielort abzusetzen.
Uber zufolge könnten berechtigte Bestellungen innerhalb von fünf bis zehn Minuten eintreffen. Dabei handelt es sich jedoch weiterhin um eine Unternehmensprognose, da der Uber-Eats-Dienst noch nicht gestartet ist. Die Unternehmen haben weder die Preise für Kunden noch einen Zeitplan für die Expansion von Stadt zu Stadt bekannt gegeben.
Am 14. Aug. skizzierten Uber und Pony.ai Pläne für mehr als 2.000 Robotaxis in weiteren europäischen Städten. Pony.ai liefert dabei die Fahrzeuge und die Software für autonomes Fahren, während Uber die Fahrgäste vermittelt.
Regulierung und Wirtschaftlichkeit bleiben die großen Prüfsteine
Die Drohnenlieferung hat bereits gezeigt, dass technische Fähigkeiten keine wirtschaftlich tragfähigen Geschäftsmodelle garantieren. Reuters berichtete im Juli 2026, dass Dexa und Kroger einen achtmonatigen Pilotversuch für Lebensmittellieferungen in Ohio aussetzten, nachdem die Anforderungen an Beobachter mit direkter Sicht die Ausweitung zu arbeitsintensiv und damit unrentabel machten.
Die FAA stellte im August 2025 den Vorschlag für Part 108 vor, der für den Betrieb außerhalb der direkten Sichtverbindung (BVLOS) ein stärker standardisiertes Genehmigungsverfahren für die Paketzustellung und andere kommerzielle Drohnenoperationen schaffen würde. Mit Stand vom 18. Aug. 2026 war er noch nicht abgeschlossen.
Zipline hat bereits kommerzielle Flüge ohne Beobachter mit direkter Sicht auf Grundlage einer FAA-Genehmigung durchgeführt. BVLOS selbst ist daher nicht die ungelöste technische Hürde. Die größere Herausforderung besteht darin, Genehmigungen, Flugzeugkapazitäten und die Wirtschaftlichkeit der Lieferungen schnell genug zu skalieren, um Ubers Ziel zu unterstützen.
Infrastruktur ist ein weiteres Skalierungsproblem. Singapur testet, wie Liefer- und Serviceroboter in einem gemischt genutzten Viertel funktionieren, während eine umfassendere Welle verkörperter KI-Systeme in realen Anwendungen zum Einsatz kommt,
die neben den KI-Modellen selbst auf eine zuverlässige physische Infrastruktur angewiesen sind.
Ubers Zahl für 2029 ist weiterhin ein Ziel und keine Prognose. Die Expansion über Dallas und Houston hinaus, umfassendere BVLOS-Genehmigungen und Belege dafür, dass Drohnen wirtschaftlich mit Kurieren konkurrieren können, werden bestimmen, wie realistisch 1 Million Lieferungen pro Tag ist. Mehr dazu: Die Auswirkungen autonomer Lieferungen könnten letztlich auch die Arbeitswelt erreichen:JD.com bereitet Liefermitarbeiter auf die Robotik-Logistik vor,

